Pils
Benannt nach der Böhmischen Stadt Pilsen bezeichnet ein Pils, Pils(e)ner
Bier oder ein Bier nach Pils(e)ner Brauart ein untergäriges Lagerbier, das
über eine Stammwürze von höchstens 12,5 Prozent verfügt und sich durch einen
etwas bittereren Geschmack und ein deutlich ausgeprägtes Hopfenaroma
auszeichnet. Es verfügt typischerweise über eine ausgeprägt goldgelbe Farbe
und kommt in ganz unterschiedlichen Geschmacksnuancen vor, wobei das
originale Pils, das aus dem besonderen Hopfen, der rund um die Böhmische
Stadt Baaz wächst, gebraut wird, wesentlich weniger herb, dafür aber
vollmundiger und malziger schmeckt, als die norddeutschen Pilsvarianten.
Viele heute als Pils verkaufte Biere entsprechen in ihrem zum Teil recht
milden Geschmack eigentlich nicht mehr dem vollen malzigen und
hopfig-bitteren Geschmack des Originals, sondern nähern sich immer mehr an
normale Lagerbiere an. Das mehrmalige Kochen der Maische wird bei der
Herstellung dabei zurückgefahren, was einen von vielen Menschen als
gefälliger empfundenen, aber eben auch weniger charakteristischen Geschmack
nach sich zieht.
Im großen Stil wird Pils erst seit den 1870er Jahren gebraut, da zu seiner
Herstellung – wie bei allen Bieren aus untergäriger Hefe – niedrige
Temperaturen notwendig sind, die vor der Erfindung der technischen Kühlung
nur im Winter erreicht werden konnten. Entsprechend ist ein Bier nach
Pilsener Brauart lang haltbar und wird auch ausgesprochen kalt getrunken.