Kölsch
Nicht nur in Bayern, sondern beispielsweise auch in Köln hat das Bierbrauen
eine uralte Tradition und so wird in Köln bereits seit dem Jahr 873 Bier
hergestellt. Das bekannteste Bier aus dieser Region ist zweifelsohne das
Kölsch, das man durchaus als polarisierend bezeichnen kann. Schwören manche
Menschen auf dieses und kein anderes Bier, kommt es vielen anderen nicht in
den Sinn, sich den eher ungewöhnlichen Trinkgewohnheiten des Kölsch zu
nähern.
Im Gegensatz zu vielen anderen Bierarten wird Kölsch nämlich fast
ausschließlich in 0,2 oder gar nur 0,1 Liter großen Gläsern serviert.
Hintergrund ist allerdings nicht eine Kölner Marotte, sondern schlicht der
Umstand, dass sich der frische Geschmack des Kölsch nach dem Ausschenken
rasch verflüchtigt. Ungewöhnlich ist auch die immer noch häufig
vorzufindenden Lagerung in Holzfässern und das Zapfen wie früher lediglich
durch einen Zapfhahn ohne Druckgas.
In seiner heutigen Form wird das Kölsch erst seit etwa 100 Jahren
produziert. Es handelt sich um ein helles, obergäriges Bier, das bei einer
für diesen Hefetyp untypisch niedrigen Temperatur von nur 14 bis 16 Grad
gebraut wird. Es verfügt im Schnitt über eine Stammwürze von 11,3 und einen
durchschnittlichen Alkoholanteil von 4,9 Prozent. Der markante
Hopfengeschmack trägt seinen Teil zur Polarisierung bei, ist aber auf jeden
Fall unverwechselbar und macht das Kölsch zu der regionalen Besonderheit mit
dem hohen Stellenwert.